Krisenkommunikation ist die strategische Kommunikation eines Unternehmens während und nach einer Krise, um negative Auswirkungen auf die Reputation zu minimieren und das Vertrauen der Betroffenen zu sichern. 

Die fünf Säulen und damit wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Krisenkommunikation.

Was ist eine Krise? 

Eine Krise ist ein unerwartetes oder eskalierendes Ereignis, das ein Unternehmen unter hohen Handlungsdruck setzt und Vertrauen, Abläufe oder das Image einer Marke oder eines Unternehmens gefährden kann. 

Solche Krisen können sein: 

Was bedeutet Krisenkommunikation? 

Krisenkommunikation ist ein Teil des Krisenmanagements. Gemeint ist damit nicht nur das öffentliche Statement im akuten Ernstfall, sondern der gesamte kommunikative Umgang mit einem kritischen Ereignis. Dazu gehören Vorbereitung, Abstimmung von Botschaften und Statements, sowie die Aufarbeitung nach einer solchen Krise.  

Das Ziel: Durch Schnelligkeit, Transparenz und Empathie Kontrolle über das Geschehen zu behalten, Imageschäden zu minimieren und das Vertrauen von Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit zu sichern. 

Aus Unternehmenssicht geht es darum, in einer angespannten Situation handlungsfähig zu bleiben. Diese stehen unter hohem Druck, wenn Unsicherheit, Gerüchte und öffentliche Erwartungen gleichzeitig steigen. Genau deshalb ist Krisenkommunikation mehr als eine spontane Reaktion. Sie braucht Prozesse, Zuständigkeiten und aussagekräftige Kernbotschaften für das Eintreten einer Ausnahmesituation. 

Die 5 Säulen der Krisenkommunikation 

Interne vs. Externe Krisenkommunikation 

Merkmal Intern Extern 
Zielgruppe Mitarbeiter, Führungskräfte, Betriebsrat, Aktionäre Kunden, Medien, Politik, Anwohner, Lieferanten 
Hauptziel Abbau von Ängsten, Motivation Imagepflege, Information der Öffentlichkeit, Haftungsbegrenzung 
Tonalität Empathisch, direkt, unterstützend, „Wir-Gefühl“ Professionell, sachlich, bestimmt, verantwortungsbewusst 
Kanäle Intranet, Mitarbeiterversammlungen, E-Mail, Slack/Teams etc. Pressemitteilungen, Social Media, Website, TV/Radio 
Risiken Fachkräfteschwund, mangelndes Vertrauen der Mitarbeiter in das Unternehmen Boykotte, Aktienkursverlust, Shitstorm, juristische Folgen 

Warum ist Krisenkommunikation wichtig? 

Fiktives Beispiel für Krisenkommunikation 

Die Frankfurter Chemiefirma “MainChem” produziert Spezialchemikalien für industrielle Anwendungen. An einem Produktionsstandort kommt es zu einem schweren Unfall, bei dem mehrere Mitarbeitende verletzt werden und giftige Chemikalien in die Umwelt austreten. Innerhalb kurzer Zeit berichten regionale Medien über den Vorfall, während sich erste Informationen auch über soziale Netzwerke verbreiten. Mitarbeitende, Behörden, Anwohnende und Öffentlichkeit fragen, wie es zu dem Unfall kommen konnte und ob weitere Risiken bestehen. 

Das Unternehmen veröffentlicht nicht sofort ein vages Statement, sondern geht strukturiert vor: 

Zuerst bestätigt “MainChem” den Vorfall, nennt den bekannten Sachstand und erklärt, welche Sofortmaßnahmen bereits eingeleitet wurden (Versorgung der Verletzten, Alarmierung der Feuerwehr etc.). Parallel werden die Mitarbeitenden intern informiert, während die Medien eine erste offizielle Einordnung vom Pressesprecher des Konzerns erhalten.  

Wenig später folgt ein Update mit gesicherten Informationen zum Gesundheitszustand der Betroffenen und den ausgetretenen Giftstoffen, die inzwischen ohne Komplikationen beseitigt werden konnten. Zudem teilt das Unternehmen die Ansätze zur weiteren Aufklärung des Unfalls sowie einen klar benannten Zeitpunkt für die nächste Mitteilung, welche in Form einer Pressekonferenz erfolgen wird. 

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen 

Pressearbeit: die planvolle Beziehungspflege zu Redaktionen und Journalistinnen mit dem Ziel, relevante Themen eines Unternehmens in geeigneten Medien sichtbar zu machen. 

Pressemitteilung: Kurzer, klar strukturierter Informationstext eines Unternehmens, der den Medien Neuigkeiten liefert und die Berichterstattung erleichtert. 

Unternehmenskommunikation: Die gezielte Steuerung aller Informationsprozesse, um ein einheitliches Bild der Organisation zu bilden. Die Krisenkommunikation ist ein Bestandteil der Unternehmenskommunikation. 

Zusammenfassung 

Häufige Fragen zur Krisenkommunikation

Was ist das Ziel von Krisenkommunikation? 

Das Ziel ist, in einer kritischen Situation schnell Orientierung zu geben, Unsicherheit zu reduzieren und das Vetrauen ins Unternehmen zu erhalten. Dazu braucht es klare Aussagen der zuständigen Personen und eine abgestimmte Kommunikation über alle wichtigen Kanäle.  

Wann beginnt Krisenkommunikation? 

Sie beginnt idealerweise nicht erst mit dem öffentlichen Vorfall, sondern schon in der Vorbereitung. Dazu gehören Prozesse, Rollen, das Vorbereiten möglicher Szenarien und andere Absprachen. 

Wer ist für Krisenkommunikation verantwortlich? 

In der Praxis arbeiten Unternehmensführung, Fachbereiche und häufig auch die Personalabteilung zusammen.  Entscheidend ist, dass Rollen und Freigaben vorab geklärt sind und die Kommunikation einheitlich erfolgt.  

Welche Fehler sind in der Krisenkommunikation besonders kritisch? 

Häufige Fehler sind verspätete Reaktionen, widersprüchliche Aussagen, fehlende interne Abstimmung, mangelnde Empathie und zu allgemeine Statements ohne konkreten Informationswert. Auch Schweigen kann als Unsicherheit oder Intransparenz wahrgenommen werden.  

Kann gute Krisenkommunikation Vertrauen sogar stärken? 

Ja, das ist möglich, aber es geschieht nicht automatisch. Wenn ein Unternehmen nachvollziehbar und ehrlich handelt, kann es Glaubwürdigkeit bewahren oder teilweise sogar ausbauen.  

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